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Praxis-Test: Nokia 5800 XpressMusic (Handy)

Der erste Touch

Von Lisa Brack
10. Oktober 2008

Endlich hat auch Nokia ein Touchscreen-Handy für den Massenmarkt vorgestellt. Zu kaufen gibt es das 5800 XpressMusic allerdings frühestens an Weihnachten. Wir konnten den Alleinunterhalter bereits einem ersten Test unterziehen.

Galerie: Das Nokia 5800 XpressMusic im Praxis-Test

Nokia 5800 XpressMusic
  • Musikalisches Touch-Handy mit dicker Ausstattung aber ohne echtem iPhone-Feeling.
  • Hersteller-Preis bei Marktstart Ende 2008: noch offen, schätzungsweise 350 Euro ohne Vertrag
  • Hochauflösendes Touch-Display
  • Detailreicher Musik-Player
  • Neue, praktische S60-Oberfläche
  • Inklusive Musik-Flatrate
  • Mäßige Kamera
  • Nicht so intuitiv und sexy wie das Apple iPhone
  •  gut
  • Gesamteindruck im
  • Praxis-Test: gut
  • Ausstattung: gut
  • Multimedia: gut
  • Handhabung: gut
  •  
  • (Testzeitpunkt: 10.10.2008)

5600 XpressMusic: Finnischer  iPhone-Rivale?
5600 XpressMusic: Finnischer iPhone-Rivale?
 

Ausstattung
Stärken: Kommandozentrale des 5800 XpressMusic ist der 3,2 Zoll große Touchscreen. Mit 640 x 360 Pixel und 16 Millionen Farben bietet er eine enorme Auflösung, die besonders bei Videos und Fotos perfekt zur Geltung kommt. Im Vergleich zum iPhone hätte das Display jedoch einen Tick heller sein dürfen.

Nokia hat an alle aktuellen Datendienste gedacht. So finden Sie im Musik-Handy WLAN, UMTS mit dem Datenturbo HSDPA und einen Browser, der auch Flash-Inhalte anzeigt. Per Highspeed-USB soll der Transfer zwischen PC und Handy besonders fix über die Bühne gehen. Außerdem packt Nokia eine Navigation mit A-GPS ins Handy. Ab Werk wird eine Speicherkarte mit satten 8 GByte beiliegen. Wem das nicht reicht, der pimpt den Speicher bis maximal 16 GByte auf.

Schwächen: Das 5800 XpressMusic gibt kaum Anlass zu meckern. Wer das Handy als vollwertiges Navigationsgerät nutzen möchte, muss nach der 30-tägigen Testphase in die Tasche greifen und rund 60 Euro für Kartenmaterial und Software pro Jahr hinblättern.

Musik-Player: Mit  Gitarrenplättchen.
Musik-Player: Mit Gitarrenplättchen.
 
Multimedia
Stärken: Wie es sich für ein XpressMusic-Handy gehört, packt Nokia einen umfangreich ausgestatteten Musik-Player ins Handy. Er spielt alle gängigen Formate ab, sortiert Lieder nach unterschiedlichsten Kriterien und zeigt auf dem Display das Album-Cover sowie weitere Infos zum gerade gespielten Track an. Mit dem 8-Band-Equalizer tunen Sie Ihre Lieder nach Ihrem Geschmack. Der Eindruck unsere Tester bei der Nokia-Präsentation war durchweg positiv: Der Player bringt viel Bass sowie gute Höhen und Tiefen mit, der Sound bleibt aber dabei schön klar. Mit den mitgelieferten, recht einfachen Kopfhörern müssen Sie sich nicht abfinden, Sie können am 3,5-Millimeter-Klinkenstecker Ihr eigenes Headset anstecken. Ohne Kopfhörer kommt der Sound aus Stereo-Boxen, die laut Nokia bislang unerreicht guten Surround-Sound bieten. Diesen Eindruck hatten wir im Test zwar nicht, immerhin klang der Lautsprecher in der Sound-Kabine aber ziemlich laut.

Besonders spannend klingt der Dienst "Nokia Comes with Music". Dabei handelt es sich um eine Musik-Flatrate, die Sie zusätzlich beim Kauf des 5800 XpressMusic erhalten. Sprich: Sie können ein Jahr lang unbegrenzt viele Musiktitel aus dem Nokia Music Store auf Ihren PC und das Handy laden. Nach Ablauf des Jahres behalten Sie diese Songs. Nokia bietet in seinem Online-Shop Titel der größten Labels wie EMI, Universal Music, Sony BMG und Warner Music. Die Songs stehen im Windows-Media-Format mit DRM-Schutz zur Verfügung. Wie gut der Dienst "Nokia Comes with Music" funktioniert, lesen Sie in unserem Praxis-Test.

Schwächen: Die Kamera-Auflösung ist gerade mal 3,2 Megapixel hoch - da hätten wir schon 5 Megapixel erwartet. Autofokus oder echter Blitz? Fehlanzeige. Zwei Fotolichter sollen in dunkler Umgebung weiterhelfen. Wie gut die Fotoqualität ist, ließ sich bei den schlechten Lichtverhältnissen am Testort nicht beurteilen. Hier wird erst das Seriengerät im Xonio-Fotolabor zeigen, was Sache ist.

Neue S60-Oberfläche: Mit Kontaktliste.
Neue S60-Oberfläche: Mit Kontaktliste.
 
Handhabung
Stärken: Mit 109 Gramm fällt das Handy leicht aus und liegt gut in der Hand. Unser Testmodell war sauber verarbeitet. Besonderes Augenmerk liegt auf der neuen S60-Oberfläche: Auf dem Hauptbildschirm finden Sie eine Kontaktleiste. Auf dieser lassen sich bis zu vier Ihrer Lieblingskontakte abspeichern. Tippen Sie auf eine Person, können Sie diese von dort aus direkt anrufen oder ansimsen. Zudem erhalten Sie Infos, wie das Telefonprotokoll oder den Inhalt der letzten SMS. Eine sehr praktisches Sache, die sich ideal auf dem Touchscreen-Handy macht. Tippen Sie auf den oberen rechten Bildschirmrand, öffnet sich die Media-Leiste mit vier Symbolen, die Sie auf direkten Wege zum Beispiel zum Musik-Player oder Browser führt.
Das Tippen auf dem Display des Vorserienmodells ging ganz gut von der Hand, die Symbole waren groß genug, auf der virtuellen QWERTY-Tastatur trafen wir mit dem Finger etwa 90 Prozent der Buchstaben korrekt. Auch in tiefer liegenden Menüs mussten wir nicht zum Stift greifen.

Schwächen: Nokia schafft es nicht, seine Touch-Bedienung so leichtgängig wie beim Apple iPhone zu gestalten. Wir mussten auf unserem Testgerät kräftig auf die Symbole drücken, Übergänge zu neuen Menüpunkten oder zur horizontalen Ansicht hakten immer wieder und erfolgten nicht so sanft und flüssig wie bei der Apple-Konkurrenz. Wollen Sie auf dem Bildschirm in Ihrer Musik- oder Programmliste herunterscrollen, schieben Sie dazu rechts eine Scroll-Leiste nach unten. Diese fährt nur so weit herunter, wie man den Finger abwärtszieht. Ein lässiges Hin- und Herschubsen gibt es also nicht. Auch eine Multitouch-Steuerung bleibt weiterhin Apple vorbehalten. Das schlichte, schwarze Plastikgehäuse ohne nennenswerte Highlights lässt Desing-Fans sicher kalt.

Lisa Brack, Redakteurin.
Lisa Brack, Redakteurin.
 
Fazit
Ein leistungsstarker Player und die attraktive Song-Flatrate machen das 5800 XpressMusic zu einem spannendem Musik-Handy, das mit WLAN, HSDPA, GPS-Navigation auch auf anderen Gebieten Punkte sammelt. Lob verdient zudem die neue S60-Oberfläche mit den praktischen Schnellzugriffen. Doch an den Coolness-Faktor des iPhone kommt das Touchscreen-Handy nicht heran - zu billig das Design, zu zäh die Reaktion des Touchscreens, zu wenig intuitiv die Bedienung. Bleibt abzuwarten, ob Nokia bis zum Marktstart noch nachbessern wird.

Alternative
Sie möchten nicht so lange auf das Touchscreen-Handy warten? Dann greifen Sie doch zum Original und holen sich das Apple iPhone 3G, das in Sachen Musik locker mithalten kann und mit WLAN, HSDPA und GPS-Navigation ähnliche Telefonfunktionen bietet. Ohne Vertrag erhalten Sie ab 300 Euro das Samsung SGH-F480, ein edles Touchscreen-Modell mit leichtgängiger TouchWiz-Oberfläche und 5-Megapixel-Kamera.

Hinweis: Das Nokia 5800 XpressMusic steht nicht in unserer Bestenliste. In der Bestenliste finden Sie alle Business-Handys, die wir einem vollständigen Test unterzogen haben.

Galerie: Das Nokia 5800 XpressMusic im Praxis-Test

Nokia Comes with Music - die Musik-Flatrate im Praxis-Test

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Die technischen Angaben zum 5800 XpressMusic im Überblick
Netze:  HSDPA, UMTS, EDGE, GPRS, GSM 850/900/1.800/1.900 MHz (Quadband)  
Größe:  117 x 51,7 x 15,5 Millimeter  
Gewicht:  109 Gramm  
Touchscreen:  3,2 Zoll, 640 x 360 Pixel, 16,7 Millionen Farben  
Betriebssystem:  Symbian mit neuer S60-Oberfläche, Version 5  
Musik-Player:  unterstützt alle gängigen Formate inklusive Windows Media Player 11  
Radio:  ja  
Digicam:  3,2 Megapixel, Carl-Zeiss-Objektiv. 2 Fotoleuchten, Videoaufnahme (VGA, 30 Bilder pro Sekunde)  
Digicam für echte Videocalls:  ja  
GPS-Modul:  A-GPS  
Speicher:  81 MByte intern, erweiterbar bis 16 GByte, 8 GByte microSD mitgeliefert  
Schnittstellen:  WLAN, Bluetooth 2.0 mit A2DP, USB 2.0 Highspeed  
Akku-Laufzeit GSM:  Bis 9 Stunden Sprech- oder knapp 17 Tage Stand-by-Zeit  
Akku-Laufzeit HSDPA/UMTS:  Bis 5 Stunden Sprech- oder knapp 17 Tage Stand-by-Zeit  
Akku-Laufzeit Musik:  Bis 35 Stunden  
Marktstart in Deutschland:  Ende 2008  
Farben:  Schwarz, Rot, Blau  
Preis für Deutschland:  keine Angabe 


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