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13. Juni 2008

Test: Nokia Maps 2.0 (Navigation)



Finnisch flanieren

Nokias neue Version der Handy-Navigation Maps 2.0 soll Fußgänger besser ans Ziel bringen und zeigt Satellitenbilder. Für unseren Praxis-Test waren wir mit dem Nokia N78 spazieren.

Fotostrecke: 33 Fragen zu Nokias neuer GPS-Navigation Maps 2.0


Nokia Maps 2.0
Gesamteindruck im
Praxis-Test: gut
Ausstattung: gut
Navigation: gut
Handhabung: mittel
Wegweisender Spagat zwischen Fußgänger- und Auto-Navigation.
Detailreichere Kartendaten
Suchfunktion
Umfangreicher Content
Zielführung nur gegen Aufpreis
Tarifdschungel
Erkennt weder Unterführungen noch Fußgängerbrücken
Software: kostenlos.
Zielführung: kostenpflichtiger Lizenzschlüssel.
Nokia Maps 2.0: Mehr Handy-Navi.
Nokia Maps 2.0: Mehr Handy-Navi.
 

Das Gratis-Programm Maps 2.0 passt für aktuelle Handys mit dem Betriebssystem Series 60 von Nokia. Es liefert wie die Vorversion Autofahrern eine passable Navigation. Neu: Das Update geht mehr auf die Bedürfnisse von Fußgängern ein und verspricht zielbewusstes Flanieren.

Navigation
Stärken: Nokia Maps 2.0 bietet eine neue Oberfläche und neue Funktionen. Die Software lief auf unserem Testgerät, einem Nokia N78, flüssig. Das Zoomen klappte zügig, die Ansichten sind angenehm fürs Auge. Beim neuen Modus „Gehen“ greift der überarbeitete Navidienst auf detailreichere Kartendaten und Richtungsangaben zurück und zeigt teilweise Park- und Gehwege an – ein Schritt in die richtige Richtung.

Als weiteres Extra ermöglicht das Software-Update eine Satelliten- und gemischte Ansicht. Virtuelle Stadtführer mit Sehenswürdigkeiten in Bild und Video sowie Stauinfos kann der Nutzer direkt übers mobile Internet laden.

Maps 2.0 macht auch Geotagging zum Thema - sofern die Handy-Kamera wie im N78 dafür ausgelegt ist. Das N78 versieht Fotos auf Wunsch mit geokodierten Daten und speichert die Aufnahmen als Sonderziel für eine nächste Anfahrt ab. Im ersten Test klappte das problemlos. Sie können die Fotos auch verschicken oder anderen Nutzer online zur Verfügung stellen.

Schwächen: Kamen wir vom Fußweg ab, mussten wir den neuen Kurs manuell berechnen lassen – hier fehlt die Automatik. Und wenn es schon Fußgänger-Navigation heißt, sollten auch Unterführungen und Brücken berücksichtigt werden. Die Satellitenbilder taugen zudem nur für die Übersicht, nicht für die Zielführung. Sie wirken sehr grobpixelig. Dazu hätten wir uns die GPS-Ortung beim N78 fixer gewünscht. 45 Sekunden kämpfte das Testgerät mit der Ortung, bevor wir unseren Spaziergang antreten konnten.

Handhabung
Stärken: Per Schnellmenü gelangt der Nutzer zügig zu den wesentlichsten Navigationsfunktionen. Über die neue Suchfunktion in der Grundeinstellung lassen sich gespeicherte und Online-Daten direkt nach Zieladressen durchforsten. Das spart lästige Klicks auf der Handy-Tastatur, insbesondere wenn diese so schwammig ausfällt wie beim Nokia N78.

Schwächen: Um sich überhaupt von A nach B führen zu lassen, muss wie bisher eine Lizenz zugekauft werden (siehe Fotostrecke). Dazu muss der Nutzer sich entscheiden, ob er den Code für ‚Kaufen + Gehen’ kauft oder die detailliertere Version ‚Gehen’ – beides geht nicht. Auch die Stadtführer und Stauinfos gibt’s nur gegen Aufpreis. Der beigelegte Kartensatz Deutschland / Österreich / Schweiz erlaubt zunächst nur eine Routenplanung.


Wiebke Hellmann, Redakteurin.
Wiebke Hellmann, Redakteurin.
 
Fazit
Nokias neue Navi-Software Maps 2.0 ist ein echter Fort-Schritt im Bereich Handy-Navigation. Das gilt insbesondere, wenn Sie zu Fuß unterwegs sind. Die Optik gefällt, auf dem Test-Spaziergang in München begleitete uns die Software zuverlässig. Noch ist Maps 2.0 aber keineswegs ausgereift. Die Mischung aus On- und Offline-Nutzung verwirrt und macht die Navigation gerade für Neukunden wenig transparent.

Alternativen
Wer lieber im Auto navigiert, kommt auch mit Navigons Handy-Software MobileNavigator 6 oder TomToms Navigator 7 gut zu Recht. Hier gibt’s alle Daten auf einer Speicherkarte vorinstalliert, der Nutzer wird dafür nur einmal zur Kasse gebeten.

Fotostrecke: 33 Fragen zu Nokias neuer GPS-Navigation Maps 2.0

Test: Nokia N78

Preisvergleich: Nokia N78


Alles GPS-Handys im Überblick


Tabelle mit Detailinformationen zu Nokia Maps 2.0

ProduktNokia Maps 2.0
Markteinführung (Quartal)Q2 2008
Streckeninterpolationja (im Auto-Modus)
Dynamische Streckeninfos (Staumelder)optional per GSM-Netz (Online-Dienst)
Alternativ-Route manuell wählbarja
Streckenabschnitte vermeidennein
Manuelle Umleitung (Sperrung)nein
Nachtmodusja
Kartenansichten2D, 3D, Satellitenbilder, Hybrid
Karten-Zoomja
Sprachausgabe-Optionnein
Zwischenzieleja
Geschwindigkeitswarnernein
POI (Sonderziele) Hauptkategorien8 (Vorinstalliert
ZieleingabeStadt / Straße / Hausnummer / PLZ / POI
Zielspeicherja
Favoritenja


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Weitere Diskussionen 
Thema: Der bottleneck bei der Fußgänger-... Antworten: 1
von: Christoph_K am: 24.07.08 22:49
Bei den Fußgängerlösungen liegt der bottleneck aktuell auf dem verfügbaren Kartenmaterial, bei dem nur die wenigstens Fußwege verzeichnet sind, so dass ein Streckenvorschlag für Fußgänger meist nicht optimal ist.

Die meisten Anbieter sind hier wenig kreativ und gehen den Weg, dass Abbiegeverbote und Einbahnstrassen bei der Routenbrechnung ignoriert werden. Das ist meist nicht ausreichend für eine praxistaugliche Fußgänger-Navigation.

Eine hunderprozentige Lösung gibt es bisher nicht. Die einzige Lösung, die ich bisher gesehen habe, die einen Work-Around bietet, kommt von skobbler: Der Nutzer bekommt hier viel eher eine Orientierungshilfe als eine exakte Routenvorgabe, an die er sich halten muss: Mit einem Kreis in der Karte wird der Standort des Nutzers angezeigt (eine exakte Punkt-Position ist bei dem GPS-Signal ohne Bewegung mit einer Geschwindigkeit von gut 4km/h nicht möglich). Zwei Richtungsanzeigen an diesem Positionskreis (rot für die Zielrichtung und blau für die Laufrichtung), dem Routenvorschlag als orangefarbene Linie sowie der gelaufenen Strecke als grün Line erhält man auf der angezeigten Karte Anhaltspunkte für die Orientierung, mit der man sich eigenverantwortlich auf das Ziel zu bewegen kann.
von: Almigurt am: 25.07.08 08:58
@Christoph: Ja, die Karten sind der Bottleneck - aber andererseits halte ich Fußgängernavigation persönlich eher für eine Spielerei, da man bei den Geschwindigkeiten sich zum einen selbst sehr gut orientieren kann und zum anderen technisch der 2. Bottelneck dann die Akkulaufzeit des Handys sein wird: Man kommt damit schliesslich nicht um so viel besser an, als dass das die Nachteile der arg verkürzten Akkuzeit gutmachen könnte.
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