08. September 2005

Quick-Check: Panasonic Lumix DMC-FZ30



Angriff der Killer-Cam

Verdammt nah an der Spiegelreflex: Mit toller Ausstattung und gutem Handling wird die FZ30 die Klasse der Highend-Kompaktkameras aufmischen und auch im SLR-Markt wildern. Wir konnten sie auf der IFA ausprobieren.

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Panasonic Lumix DMC-FZ30
User-Meinung
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Ihre Meinung zu diesem Produkt
Für ambitionierte Laien eine starke Alternative zur Spiegelreflex.
Viel Spielraum bei Auflösung und Brennweite
Klapp/Dreh-Display
Optischer Bildstabilisator
Übersichtliche Bedienung
Gute Verarbeitung
Hohes Gewicht und sperriges Handling
Panasonic Lumix DMC-FZ30: Kurzer Tubus, Riesen-Zoom – die FZ30 schafft 420 Millimeter Brennweite.
Panasonic Lumix DMC-FZ30: Kurzer Tubus, Riesen-Zoom – die FZ30 schafft 420 Millimeter Brennweite.
 

Ein Hauen und Stechen der Extraklasse: Von oben her drücken die digitalen Spiegelreflex-Kameras mächtig auf die Preise und gewinnen immer mehr Amateure für sich. Und von unten dürften hochwertige Kompaktkameras selbst so manchen Profi vom SLR-Glauben abfallen lassen. Zum Beispiel die neue FZ30, die gerade für 699 Euro (UVP) in die Läden kommt.

Ausstattung
Die FZ30 kombiniert 8 Megapixel mit einem Objektiv, das bei voller Auflösung von 35 bis 420 Millimeter (entsprechend Kleinbild) zoomen kann. Wenn Sie noch näher ran wollen, können Sie auf 5 bzw. 3 Megapixel herunterschalten und 535 bzw. satte 668 Millimeter Brennweite erzielen. Anders als viele andere Kameras ist die FZ30 so ehrlich, den Bildausschnitt nicht qualitätsmindernd aufzublasen. Sie bekommen also ein kleineres, aber qualitativ gleichwertiges Bild, sparen immerhin einen Bearbeitungsschritt am PC – und Speicherplatz. Klar, dass die FZ30 einen optischen Bildstabilisator mitbringt, der laut Panasonic bei langen Brennweiten die Belichtungszeiten um drei bis vier Stufen verkürzt.

Die Kamera speichert Ihre Bilder im RAW-, TIFF- oder JPEG-Format auf MMC/SD-Karten, und zwar im Serienbildmodus beliebig viele nacheinander – vorausgesetzt, Ihre Speicherkarte arbeitet schnell genug. Apropos schnell: Laut Panasonic soll die Einschaltzeit bei etwa einer Sekunde liegen und die Auslöseverzögerung bei 0,01 Sekunden. Sehr gute Werte, wenn die Kamera im Test hält, was das Datenblatt verspricht.

Das Objektiv besitzt ein 55-Millimeter-Gewinde, mit dem Sie problemlos eine Menge SLR-Zubehör nutzen können. Auf der Rückseite der Kamera sitzt ein Klapp/Dreh-Display, das mit 235.000 Pixeln auf 2 Zoll recht ordentlich auflöst und das Motiv hell und scharf genug darstellt. Wenn Sie engeren Blickkontakt suchen, können sie auf den elektronischen Sucher umschalten. Für SLR-Freunde unverzichtbar: Über einen Blitzschuh lassen sich externe Blitzgeräte anschließen. Der integrierte Blitz reicht laut Panasonic immerhin 7 Meter weit.

Praxis
Die FZ30 ist sehr hochwertig verarbeitet und macht auch bei allen beweglichen Teilen einen soliden Eindruck. Allerdings ist der Body ziemlich kantig gestaltet, so dass die Kamera eher sperrig in der Handy liegt – aber dafür umso sicherer. Nicht nur Umsteiger von analogen Spiegelreflexkameras dürften an den Stellringen ihren Spaß haben, mit denen sie bei Bedarf am Objektiv Brennweite und Fokus manuell regulieren. Beide laufen weich und präzise, und trotz gelegentlicher leichter Verzögerungen bei der Umsetzung dürften Sie mit den Ringen oft schneller zum Ziel kommen als mit der Zoom-Wippe.

Manchmal praktisch: Beim Fokussieren lässt sich mit Hilfe einer Art digitaler Lupe die Bildmitte stark vergrößern, damit Sie die Schärfe besser beurteilen können. Ebenfalls hilfreich: In den manuellen Kameramodi regeln Sie Blende und Verschlusszeit mit zwei separaten Rändelrädern (eins am Zeigefinger, eins am Daumen). Mit einer fix belegten Taste lässt sich der jeweils andere Parameter ankoppeln, um von rein manuellem Betrieb auf Blenden/Zeit-Automatik umzuschalten.

Mario Limbach-Steinheil, Redakteur
Mario Limbach-Steinheil, Redakteur
 
Fazit
Fette Ausstattung und eine Menge sehr komfortabler Funktionen: Wenn sich die FZ30 im Volltest als richtig schnell erweist und so gute Bilder macht, wie ihre Ausstattung verspricht, könnte sie für manche Spiegelreflex-Aspiranten eine echte Versuchung sein – jedenfalls für die, die auf Wechselobjektive verzichten können.

Alternativen
Wer unbedingt die Kombination aus sehr hoher Auflösung und Extrem-Zoom braucht, sollte sich auch die Coolpix 8800 von Nikon anschauen (etwa 730 Euro). Wenn Sie nur ein starkes Tele suchen und mit 5 Megapixel auskommen, werden Sie vielleicht auch mit der Sony Cyber-shot H1 für etwa 380 Euro glücklich.

Was Sie beim Kauf einer Digitalkamera beachten sollten und wie viel Megapixel Sie wirklich brauchen, erfahren Sie hier.


 

Technische Daten Panasonic Lumix DMC-FZ30 (laut Hersteller)
Auslöseverzögerung 0,01 s  
Aufnahmen pro Akkuladung 280  
Mindestabstand Makro 5 cm  
Max. Auflösung 3.264 x 2.448  
Max. Bilder pro Sekunde 3  
Größe des Foto-Sensors 1/1,8-Zoll  
Monitorgröße in Zoll / Bildpunkten 2,0-Zoll / 235.000 Bildpunkte  
Brennweite (Kleinbild) 35 - 420 mm  
Lichtstärke Objektiv 1:2,8 - 3,7  
Verschlusszeiten (manuell) 60 - 1/2000 s  
Bildstabilisator optisch  
Lichtempfindlichkeit automatisch 80 - 400 ISO  
Lichtempfindlichkeit manuell 80 - 400 ISO  
Bild- / Videodateiformate JPEG / TIFF / RAW / QuickTime  
Videoauflösung maximal / Aufnahmedauer 640 x 480 Bildpunkte / speicherabhängig  
USB-Schnittstelle / PictBridge 2.0 / ja  
Speichermedium (mitgeliefert) MMC / SD (32 Mbyte)  
Blitzschuh ja  
Ladegerät mitgeliefert ja  
Größe / Gewicht mit Akku 141 x 186 x 138 mm (HxBxT) / 740 g 


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