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11. April 2008

Windows Mobile 6.1: Die neuen Funktionen



Vista auf dem Smartphone

Von Christian Lanzerath
Apple zeigt mit dem iPhone, dass die Bedienung eines Handys richtig Spaß macht. Microsoft dagegen enttäuschte schon mit seinem ersten Windows-Handy und entwickelt seitdem Windows Mobile eher lustlos weiter. Doch jetzt wacht Microsoft auf. Das aufgefrischte Windows Mobile 6.1 soll dem iPhone Paroli bieten. Wir verraten, ob das gelingt.

Fotostrecke: So sieht Windows Mobile 6.1 aus


Windows Mobile 6.1
Keine Sensation, aber eine durchdachte Weiterentwicklung des Vorgängers. Besonders der Internet Explorer Mobile 6 und der Task Manager dürften Gefallen finden.
übersichtlicher Startbildschirm
Task Mananger integriert
SMS-Chat-Funktion
Internet Explorer Mobile 6 wird nachgeliefert
Nachricht nicht gleichzeitig als SMS und Mail zu versenden
Komplett renoviert Der neue Startscreen von Windows Mobile 6.1.
Komplett renoviert Der neue Startscreen von Windows Mobile 6.1.
 

Im Vordergrund von Windows Mobile steht die einfache Bedienung der Geräte. Doch auch erweiterte Messaging-Funktionen und eine überarbeitet Version des mobilen Internet Explorer gehören zu den wichtigsten neuen Features. Schon im Mai sollen die ersten Smartphones mit Windows Mobile 6.1 in Deutschland auf den Markt kommen – wahrscheinlich von T-Mobile.

Der schnelle Einstieg
Anwendern wird besonders der neue Startbildschirm auffallen. Wichtige Funktionen wie das Eintragen eines neuen Termins im Kalender, das Schreiben einer SMS oder Versenden einer E-Mail sollen mit einem Klick erreichbar sein. Das nervige Hangeln durch Untermenüs soll dadurch entfallen. Vom Startbildschirm sind es auch nur wenige Schritte bis zum "Getting Started Center", mit dem Benutzer das Smartphone einrichten. So kann der User etwa das Aussehen der Benutzeroberfläche ändern oder WLAN- und Bluetooth-Verbindungen einrichten.

Task Manager: Darauf haben Windows-Mobile-User lange gewartet.
Task Manager: Darauf haben Windows-Mobile-User lange gewartet.
 
Task Manager inklusive
Aktuell kann Windows Mobile Anwendungen nicht korrekt beenden: Klickt der User auf den Schließen-Button wird das Programmfenster nur in den Hintergrund geschoben - die Anwendung läuft weiter und verbraucht unnötig Ressourcen. Nun will Microsoft erstmals einen Task Manager integrieren, um Programme komplett beenden zu können. Dieser zeigt auch, mit wie viel Speicherplatz und CPU-Auslastung die Anwendung das System belastet. Bisher musste man für diese Aufgaben Tools von Drittherstellern installieren.

Gesprächsfaden: SMS werden zu einer Konversation verknüpft.
Gesprächsfaden: SMS werden zu einer Konversation verknüpft.
 
SMS-Chat
Mit Windows Mobile 6.1 lassen sich mehrere E-Mail-Konten separat einrichten, um etwa private und geschäftliche Mails zu trennen. Das Einrichten von Outlook Mobile soll ohne Probleme ablaufen, da der Mail-Client schon vorgefertigte Einstellungen für Hotmail, Yahoo Mail, GMX und andere Freemailer mitbringt – E-Mail-Adresse und Passwort eingeben genügt. SMS werden künftig nicht mehr einzeln angezeigt, sondern mit vorhergehenden Kurznachrichten zu einer Unterhaltung verknüpft – ähnlich einem Chat mit Instant Messengern. Umständlich ist es allerdings immer noch, eine Nachricht als SMS und E-Mail gleichzeitig zu versenden: Dazu muss der Text in die Zwischenablage kopiert und in der jeweils anderen Anwendung eingefügt werden.

Internet Explorer: Die Mobile-Variante wird weiter entwickelt.
Internet Explorer: Die Mobile-Variante wird weiter entwickelt.
 
Internet Explorer Mobile 6
Als besonderes Features soll Windows Mobile 6.1 einen neuen Browser bieten. Der Internet Explorer Mobile 6 wird aber erst am Ende des Jahres nachgeliefert. Er soll Adobe Flash und Microsoft Silverlight unterstützen und somit interaktive Webseiten und Web-Videos etwa von YouTube oder MSN Video darstellen. Auch H.264-codierte Videos sollen kein Problem sein. Erste Präsentationen haben außerdem gezeigt, dass auch komplexe HTML-Webseiten korrekt angezeigt werden. Besonders in Verbindung mit einem breiten Display, wie es etwa das Sony Ericsson X1 bietet, könnte Microsofts Versprechen wahr werden, zwischen Desktop-PC und Smartphone keinen Unterschied mehr zu sehen. Die neue Zoom-Funktion, die nur ausgewählte Ausschnitte einer Internetseite anzeigt, hilft bei kleineren Displays.


Teil des Firmennetzes
Mit dem Mobile Device Manager 2008 integrieren User ihr Windows-Mobile-Smartphone in das Unternehmensnetzwerk. Administratoren können so das Gerät etwa einem Active Directory hinzufügen oder per Gruppenrichtlinien absichern. Genau wie Desktop-Rechner oder Notebooks soll das Mobiltelefon ein Teil des Netzes werden – auch wenn der Benutzer gerade unterwegs ist. Per Mobile-VPN sollen Smartphones eine sichere Verbindung zum Firmennetz herstellen, über das Mobilfunknetz oder WLAN.


MOTO Q9h: Motorola will auch Smartphones mit Windows Mobile 6.1 anbieten.
MOTO Q9h: Motorola will auch Smartphones mit Windows Mobile 6.1 anbieten.
 
Fazit
Windows Mobile 6.1 wird den Handy-Markt sicher nicht revolutionieren. Aber es macht einen ausgereiften Eindruck und entwickelt brauchbare Ansätze seines Vorgängers sinnvoll weiter. Gespannt darf man vor allem auf den Internet Explorer Mobile 6 sein, der mit Flash- und Silverlight-Unterstützung erstmal das Look&Feel eines Desktop-PCs vermitteln soll. Die Idee, SMS zu einem Gesprächsfaden zu verbinden, hilft darüber hinaus, die Übersicht zu behalten. Wie das neue mobile Windows sich tatsächlich in der Praxis bewährt, werden wir erfahren, wenn die ersten Geräte erhältlich sind.

Fotostrecke: So sieht Windows Mobile 6.1 aus


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