Aufgepasst!
Tücke 1: Veraltetes Kartenmaterial
Tücke 2: Teure Karten-Updates
Tücke 3: Unklare Fahranweisungen
Tücke 4: Mängel bei Freisprechern
Tücke 5: Teure Stauinfos
Tücke 6: Staumelder braucht Anschluss
Tücke 7: Multimedia ohne Speicher
Tücke 8: Rauschende FM-Transmitter
Tücke 9: Breites Display ohne mehr Ausblick
Tücke 10: Schlecht ablesbare Displays
Tücke 11: Gefährlicher Griff zum Lautstärkeregler
Tücke 12: Navi ohne Speicher-Slot
Tücke 13: Lahmes Arbeitstempo
Tücke 14: Unpraktische Ladekabel
Tücke 15: Fehlende Netzkabel
Komplett-Navigationssysteme sind in, das ist Fakt. Fakt ist aber auch: Bei den beliebten Lotsen besteht immer noch Nachbesserungsbedarf – egal ob bei einfach oder pompös ausgestatteten Modellen. Wir sagen Ihnen, wo die Navis falsch liegen - und welche Tücken Autofahrern wirklich gefährlich werden können …
Weil die Kartenhersteller Navteq und Teleatlas ihre Daten kontrollieren müssen, sind die Kartensätze in Navigationssystemen immer mindestens drei Monate älter als das neu ausgelieferte Gerät. Noch schlimmer: Falk, TomTom und andere Hersteller drucken selten das wahre Alter der Karten auf den Navi-Paketen ab oder schweigen sich gänzlich aus. So sorgen günstig angebotene Lotsen immer wieder für Ärger, weil sie mit veraltetem Kartenmaterial arbeiten.
Immer mehr Navis werden mit einer beigefügten Europakarte beworben. Doch Vorsicht, häufig verbirgt sich nur der Kartensatz zu Westeuropa dahinter, nur das Kleingedruckte auf der Packung gibt Aufschluss. Wer mehr aktuelle Kartendaten nutzen möchte, muss für 50 bis 150 Euro den gesamten Satz kaufen.
Optische und akustische Fahranweisungen zählen zu den wesentlichen Features eines Navigationssystems. Allerdings sind sich Ansagerin und Anzeige nicht immer einig. Oder die freundliche Stimme drückt sich nicht exakt aus. Der Fahrer muss also auf die Karte schauen. Das nervt und noch schlimmer: Es lenkt vom Verkehrsgeschehen ab.
Die Handy-Freisprecheinrichtung ist ein attraktives Extra. Allerdings lässt die Sprachqualität der von den Herstellern angebotenen Lösungen fast durchweg zu wünschen übrig. Um einen Anruf anzunehmen, muss der Nutzer zudem meist aufs Display klicken.
TMC (Traffic Message Channel), der Radiodienst für Verkehrsinfos, ist zwar gratis, gilt aber als nicht immer genau. Die verbesserte Weiterentwicklung TMC pro wird bisher kaum unterstützt und kostet extra. Diese Zusatzkosten werden meist über einen höheren Preis für das Navigationssystem an den Kunden weitergegeben.
In immer mehr Navigationssystemen ist der Staumelder bereits im Gerät integriert. Auf ein externes Modul wird verzichtet. Kein Kabelsalat? Weit gefehlt. Ohne eine anschließbare Wurfantenne für den Gratis-Empfang der Verkehrsinfos über UKW kommen auch diese Varianten nicht aus.
Viele Navigationssysteme protzen mit Extras wie Musik- und Video-Player. Was die Werbung oft verschweigt: Wer seinen Lieblings-MP3s lauschen will, kommt um den Kauf einer zusätzlichen Speicherkarte meist nicht herum. Grund: Die Kartendaten füllen den mitgelieferten bzw. den Gerätespeicher bereits aus. Ferner ist keineswegs gewährleistet, dass Musik parallel zur Zielführung abgespielt werden kann – das sollten Sie vor dem Navi-Kauf zusätzlich prüfen.
Ein FM-Transmitter bleibt meist den kostspieligeren Komplett-Navigationssystemen vorbehalten. Er lässt die Ausgabe von Navigationsansagen, Musik und Telefonaten über die Auto-Lautsprecher zu. An der akustischen Qualität muss aber noch gefeilt werden. Die Frequenzverbindung mit dem Radio ist nicht frei von einem nervigen Grundrauschen. Ist der FM-Transmitter angeschlossen, können Sie zudem das Autoradio nicht mehr nutzen.
Ein Navigationssystem mit breitem Display stellt Menüs und Eingabefelder übersichtlich dar. Die Karten wirken mit ihren eingeblendeten Infos weniger überladen als bei kompakteren Versionen. Einen weiteren Ausblick auf den Navigationsweg bringt die breite Anzeige jedoch nicht. Dafür wäre mehr Aktionsfläche im Hochkant-Format notwendig.
Unnötiges Risiko: Die Entspiegelung der Navi-Displays lässt noch sehr zu wünschen übrig. Es gibt kein System, das bei direkter Sonneneinstrahlung wirklich optimal ablesbar ist – das
Chicago 9000 von Route 66 machte im Test noch den besten Eindruck.
Die Anpassung der Helligkeit ans Umgebungslicht wird bei aktuellen Navis mit einem Tag- und Nachtmodus gelöst, der teils schon automatisch funktioniert. Ein Dämmerungsmodus oder Lichtsensor hat dagegen noch Seltenheitswert.
Das gibt’s immer noch: Lotsen, bei denen sich die Lautstärke nicht direkt über den Kartenmodus regeln lässt, etwa per Sondertaste und Software-Keys. Unpraktisch und gefährlich ist es, wenn der Nutzer erst durchs Menü klicken muss, um ein System wie das Medion P4410 lauter oder leiser zu stellen.
Mobile Navis bieten einen Karten-Slot, mit dem sich der Speicher erweitern lässt. Oder im Gerät wird soviel Platz gemacht, dass mindestens die Europakarte hinein passt. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: So hat TomTom bei der neuen dritten Generation des One unverständlicher auf den Kartenschlitz verzichtet. Der interne Speicher ist so begrenzt, dass je nach Version nur Karten zu Deutschland, Österreich und der Schweiz oder aber zu Westeuropa untergebracht werden können – wer mehr Länderdaten mitnehmen will, muss Daten löschen.
Längere Wartezeiten nach einem Kaltstart sind üblich, oft vergehen 20 Sekunden, bis das Gerät fertig für die Zielführung ist. Das nervt, und auch bei der Steuerung durchs Menü gilt es oft, die Ruhe zu bewahren. Noch ärgerlicher: Zahlreiche Navis bauen die GPS-Verbindung nach ein paar Ruhestunden nur träge auf - damit sind Irrfahrten programmiert.
Auch Kfz-Ladekabel haben ihre Tücken. So steckt das Zubehör oft erst nach einigen Kraftanstrengungen im Zigarettenanzünder, und die Kabel sind teilweise zu kurz. Besonders problematisch wird es, wenn Ihr Auto keinen Zigarettenanzünder hat und die Ladestation im Handschuhfach untergebracht ist. Zudem ist uns unverständlich, warum einige Hersteller die Ansteckbuchse in der linken Gehäuseseite des Navis unterbringen. Das Kabel baumelt dann noch näher am Lenkrad.
Um den Preis zu drücken, verzichten die Navi-Hersteller häufig auf ein zusätzliches Netzkabel im Lieferpaket. Für uns inakzeptabel – zumal das Zubehör nicht die Welt kostet. So müssen Sie zum Beispiel beim Navigon 5110 (Foto) Ihre Reiseroute im Auto statt am Küchentisch planen, wenn der Akku leer ist.