Web 2.0 und iPhone-Wahn - Mobilfunktrends 2007/2008 |
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Mobilfunktrends 2007/2008
2007 - das iPhone-Jahr. Bringt Apples Kult-Handy auch dem mobilen Internet den Durchbruch?
Highlights dieser Bildergalerie:
Mobilfunktrends 2007/2008
Gliederung
Weltweites Wachstum
Plus 33 Prozent bei den Gesprächsminuten
Der Umsatz pro Kunde (ARPU) sinkt
T-Mobile: Web´n´Walk soll´s richten
Vodafone: Von allem ein bisschen
E-Plus: Telefonieren - und Werbung
O2: Jetzt doch billig
Konsolidierung bei den Kleinen
Trends 2008 - "Nieder mit dem Festnetz"
Asien führt beim Datenumsatz
Handy-TV: Hoffen auf den Fußball
Musik: Jetzt kommen die Großen
Spiele: Nachholbedarf in Deutschland
Trends: "Slifter" und NFC
Web 2.0: Nahtloser Übergang
Handy-Markt: Dienste und Schwellenländer
Handy-Trends: 100 GByte Speicher?
Apple iPhone - Emotionen statt Technik
Fazit: Kunde im Zentrum
2007 - das iPhone-Jahr. Bringt Apples Kult-Handy auch dem mobilen Internet den Durchbruch?
Im Fokus stehen die Privatkunden - was wollen sie wirklich? Und welche Angebote haben keine Zukunft?
Gestartet ist der digitale Mobilfunk in Deutschland vor genau 15 Jahren. Am 30. Juni 1992 wurde das erste GSM-Netz frei geschaltet, zum ersten Mal gab es Handys im Hosentaschenformat. Besonders stark wuchs der Markt in den Jahren 1999 und 2000 mit der Einführung von Prepaid-Karten. Mitte 2006 übertraf die Anzahl der Mobilfunkanschlüsse erstmals die Anzahl der Einwohner, Ende 2006 kamen auf 100 Einwohner sogar 104 Anschlüsse.
Damit liegt Deutschland deutlich vor den USA und Japan. Dort betrug der Wert Ende 2006 gerade einmal 76/75 SIM-Karten auf 100 Einwohner.
Unterschiedliche Standards, die stärkere Regionalisierung der Anbieter und fehlende Roaming-Abkommen haben vor allem den US-amerikanischen Markt lange gehemmt. In Japan ist die Abdeckung nicht so hoch wie in Deutschland, dafür nutzen hier über 50% der Kunden bereits UMTS.
Der Mobilfunkmarkt wächst, weil die Preise sinken. Beispiel Gesprächsminuten: 2006 wurden in den deutschen Mobilfunknetzen 57 Milliarden Minuten telefoniert, ein Plus von 33 Prozent gegenüber 2005. Zum Vergleich: Im Festnetz waren es 230 Milliarden Minuten - und VoIP ist im Kommen mit immerhin 9 Milliarden Minuten.
Der Grund: Sinkende Preise. Mit dem Handy zu telefonieren ist in Deutschland inzwischen günstiger als in Großbritannien, Spanien oder Italien. Das liegt an den Tarifstrukturen: Discounter (10 bis 14 Cent/Min. je nach Angebot), „Homezone“-Tarife, Pakettarife, Flatrates. Dazu kommt die EU-Regulierung, durch die 2007 Gespräche ins Ausland um bis zu 70 Prozent günstiger wurden.
Das Bundesamt für Statistik meldete im August 2007: Mobil telefonieren wurde gegenüber August 2006 um 2,6 Prozent billiger, dagegen stiegen die Kosten für das Telefonieren im Festnetz um 2,5 Prozent an.
Der Markt wächst, aber die Umsätze sinken. Deutsche Netzbetreiber liegen bei Umsatz- und Kundenwachstum sowie beim EBITDA deutlich unter dem Weltmarkt.
91 Millionen SIM-Karten sind derzeit in Deutschland im Umlauf - die Frage ist: Wie viele werden tatsächlich genutzt?
Wie wollen die Netzbetreiber in Zukunft schwarze Zahlen schreiben? Das zeigen die folgenden Charts.
Motor von T-Mobile ist das Geschäft in den USA: Erstmals machte der Netzbetreiber 2006 50,3 Prozent Umsatz im Ausland – mehr als auf dem Heimatmarkt. Jüngster Coup von T-Mobile USA: die Übernahme des US-Mobilfunkers Suncom.
Die Strategie in Deutschland:
1. Service und Sparen
2. Personalisierte Dienste: "Einfach näher" als Markenversprechen. Hamid Akhavan, Vorstandsvorsitzender von T-Mobile International, spricht von der "Personalisierung der Kommunikation in sozialen Netzwerken". Wie sehen diese Angebote konkret aus?
- MyFaves, der Fünf-Freunde-Tarif (kommt im Oktober).
- Super SMS (Instant Messaging)
- Integration von Communities und Blogs in Web´n´Walk
Web´n´Walk enthält bald Links zu Services von eBay, Google, Windows Live (Hotmail) und Yahoo. Geplant sind außerdem ein personalisierter E-Mail-Dienst und eine E-Mail-Flatrate.
Zur Web-2.0-Strategie passt das iPhone natürlich perfekt, da es ein echtes Surf-Erlebnis garantiert. Mit einer Umsatzbeteiligung für Apple, Experten sprechen von 10 bis 30 Prozent, hat T-Mobile allerdings eine Tür geöffnet, durch die auch Nokia & Co. nur allzu gerne gehen würden. Im Übrigen ist das iPhone mit 400 Euro zu teuer und bietet zum Start kein UMTS.
Und dann gibt es da noch eine neue Discount-Marke: Congstar. Diese ist durchaus Erfolg versprechend gestartet. Aber T-Mobile tut sich immer noch schwer, seine Tarifangebote transparent zu gestalten. Außerdem droht Konkurrenz von Gratis-Anbietern, etwa beim Instant Messaging.
Weltweites Wachstum bei Vodafone: 232 Millionen Nutzer, nur China Mobile ist größer.
Vodafone-Chef Friedrich Joussen schwärmt von UMTS: Es werde die Erfolgsgeschichte von GSM wiederholen und zeige eine "attraktive Wachstumskurve". Wie T-Mobile setzt Vodafone auf "innovative Datenprodukte" (Joussen), die bei den Roten als "Handy 2.0" verkauft werden. Gemeint ist damit mobiles Internet mit Partnern wie Google (Search und Maps), YouTube, eBay und MySpace.
Und in der anderen Ringecke - E-Plus! Thorsten Dirks bleibt auf der Linie seines Vorgängers Michael Krammer, E-Plus als "Enfant Terrible" oder "Challenger" im Mobilfunkmarkt zu positionieren. Er betont bei jeder Gelegenheit, dass die Kunden vor allem mobile Sprachtelefonie und SMS wollen.
Die Billigmarken wie Base und Simyo machen mittlerweile 43 Prozent der Mobiltelefonierer im E-Plus-Netz aus. 5,9 Millionen Kunden konnte E-Plus bislang für diese Anbieter gewinnen; im Jahresvergleich stieg die Anzahl der Kunden in den E-Plus-Billigmarken um 3 Millionen.
Die Billigmarken-Strategie ist erfolgreich: E-Plus steigert als einziger Netzbetreiber den Umsatz, und das bei gesunkenen Gesamtkosten - unter anderem durch Outsourcing des Netzbetriebs.
Und jetzt hat E-Plus eine weitere Einnahmequelle im Visier:
Werbung auf dem Handy:
- Werber suchen nach Medien, in denen sie ihre Botschaften zielgenauer als per Print-Anzeige oder TV-Spot platzieren können.
- Das Handy gehört laut neben Schlüsselbund und Brieftasche zu den Gegenständen, die man immer dabei habe und sei als "interaktives Medium" laut Dirks ideal für Reklamezwecke geeignet.
- Es wird keine Werbeeinblendungen vor oder während eines Telefonats geben.
- Aber: Eine Gutschrift von Freiminuten könnte Nutzer dazu bewegen, Werbung über andere Kanäle wie SMS oder MMS zu akzeptieren.
O2 war jahrelang der am stärksten wachsende Mobilfunkanbieter Europas, droht nun aber, auch beim Umsatz hinter E-Plus zurückzufallen.
CEO Rudolf Gröger ging im Jun