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Auf die Größe kommt es an - 40 Jahre IntelZur Fotostrecke - 40 Jahre Intel
Prozessoren immer besser und billiger Anders als Bill Gates waren Noyce und Moore keine Senkrechtstarter, die in der Garage anfingen herumzutüfteln. Sowohl Noyce als auch Moore hatten bereits Erfolg und Erfahrung sammeln können. Schon im Jahr 1965 hatte Moore das Moore’sche Gesetz aufgestellt: Er erklärte, dass sich die Anzahl der Komponenten, die auf einem Computer-Chip Platz haben, jedes Jahr verdoppeln würde. Zehn Jahre später verbesserte er sich und sagte eine Verdoppelung der Möglichkeiten im Zwei-Jahres-Rhythmus voraus. Anders ausgedrückt: Computer-Komponenten werden immer leistungsfähiger und günstiger. Das gilt auch heute noch als ungeschriebenes Gesetz in der IT-Branche. Nur die Paranoiden überleben Als Noyce und Moore ihre Firma gründeten, steuerten sie beide jeweils etwa 245.000 Dollar bei. Weitere 2,5 Millionen Dollar bekamen sie von Arthur Rock, einem Banker, der mit in den Vorstand berufen wurde. Als ersten Mitarbeiter stellte Intel Andy Grove ein, der bereits bei Fairchild unter Moore gearbeitet hatte. Grove war in Ungarn geboren und Jude. Er hatte den Holocaust überlebt und war in die USA ausgewandert. Von ihm stammt der Satz: „Nur die Paranoiden überleben.“ Das sollte die Firmengeschichte prägen. Das Unternehmen fiel durch Geheimniskrämerei auf und klagte immer wieder gegen andere Firmen, wenn es sich bedroht fühlte. 1999 etwa brachte Intel den Chiphersteller VIA vor Gericht, weil dieser Patente verletzt haben sollte. VIA hatte Chips bei Intel lizenziert, als die Lizenz aufgehoben wurde, klagte Intel.
Grove drückte der Firma Intel in den kommenden Jahrzehnten seinen Stempel auf, von 1979 bis 1997 war er Präsident des Unternehmens und bis 2005 war er Vorstandsvorsitzender. „Ein Grundsatz in der Technologie ist, dass alles was getan werden kann, auch getan werden wird.“ Im Rückblick zeigt sich, dass gerade in der IT-Branche vieles umgesetzt wurde. Der erste Prozessor Intel spezialisierte sich anfangs auf die Produktion von RAM-Speicher-Chips. 1971 bestellte die japanische Firma Busicom einen speziell zugeschnittenen Rechen-Chip. Auf eigene Faust wurde daraufhin bei Intel viel geforscht und getüftelt. Aus dem Rechen-Chip wurde schließlich der erste Mikroprozessor der Welt. So kam es, dass Intel 1971 den 4004 auf den Markt brachte. Durch Zufall zum Marktführer Das Hauptgeschäft für Intel lag immer noch bei den Speicherchips. Doch die japanische Konkurrenz machte Druck durch immer niedrigere Preise. 1983 sah sich Intel schließlich gezwungen, sich aus der Speicherchip-Produktion zurückzuziehen. Stattdessen wollte sich die Firma auf Mikroprozessoren konzentrieren. Die Entscheidung war goldrichtig: Intel ist mittlerweile weltgrößer Hersteller.
Während Intel seine Prozessoren weiterentwickelte, konstruierte IBM 1981 den ersten Personal Computer. Darin kam der Intel-Prozessor 80386 zum Einsatz, und Intels Zukunft war gesichert. 1993 erschien der erste Pentium-Prozessor mit damals sagenhaften 60 MHz. Mittlerweile sind die Prozessoren mit einem Vielfachen an Rechenleistung zu haben, und mehrere Kerne auf einem Prozessor sind die Regel. Es scheint, als hatte Moore recht mit seiner Beobachtung, dass im IT-Sektor alles immer besser und billiger werden würde. Strategische Partnerschaften Im Laufe seiner Geschichte ging Intel viele Allianzen ein: Zeitweise hatte es sogar ein Abkommen geschlossen mit dem Konkurrenten AMD, um Informationen und Technologien austauschen zu können, später suchte es die Nähe zu Dell und Compaq. Die Partnerschaft mit Microsoft lag natürlich nahe, da Intel-kompatible Prozessoren Voraussetzung für Windows waren. Seit 2006 werden Intel-Prozessoren aber auch in Apple-Rechnern eingesetzt.
Doch die Freude über das Jubiläum ist nicht ungetrübt. Schon länger steht Intel wegen seiner Geschäftspraktiken in der Kritik. AMD, mit dem es einst zusammenarbeitete, reichte 2005 Klage gegen Intel ein. AMD fand es verdächtig, dass einige Firmen innerhalb kurzer Zeit ihre Einkäufe bei AMD drastisch reduzierten, teilweise sogar völlig einstellten. Pünktlich zum Geburtstag läuft bei der EU-Wettbewerbs-Kommission derzeit ein Verfahren, in dem geprüft wird, ob Intel gegen das Wettbewerbsrecht verstößt. Ungebetener Gast Dem Unternehmen wird vorgeworfen, PC-Herstellern und Verkaufsstellen wie Media Markt Rabatte zu gewähren, wenn diese im Gegenzug Intel bevorzugen und AMD-Produkte aus den Regalen nehmen. Intel selbst spricht von handelsüblichen Rabatten. Anfang Juni wurde Intel in Südkorea zu einer Geldbuße von umgerechnet 16 Millionen Euro verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Intel seine Marktmacht dazu genutzt hatte, AMD aus den Geschäften zu verdrängen. (sr) Zur Fotostrecke - 40 Jahre Intel Diskutieren Sie mit!
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