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11. März 2008 17:51


Brockhaus für Kamele: Wikipedia-Parodien boomen


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Wikipedia: Immer mehr Parodien im Netz.
 
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist eine der beliebtesten Web-Seiten der Welt. 285.000 registrierte und eine unbekannte Zahl nicht angemeldeter Nutzer haben seit 2001 Artikel zum Projekt beigesteuert. Über 7.000 Autoren verzeichnet die deutschsprachige Version.

Online-Brockhaus
Wer hat nicht schon mal kurz einen Begriff nachgeschlagen oder ein wenig im Online-Lexikon gestöbert? Selbst Journalisten nutzen die Seite immer häufiger, und auch die so oft gerügte Qualität der Artikel wurde in einigen Studien mit bekannten Nachschlagewerken wie dem Brockhaus gleichgesetzt.

Wie einfach es dennoch ist, Unsinn im Internet und vor allem auf Wikipedia als Qualitätsinhalt auszugeben, zeigen die vielfältigen Parodien die sich im Netz finden. Zwar besteht ein wesentlicher Unterschied zur echten Wikipedia: Die Fun-Seiten möchten bewusst sinnfreie Informationen sammeln. Und natürlich sollen sie hauptsächlich Spaß machen. Aber die Kritik an der Freiheit der Informationsverbreitung bei Wikipedia lässt sich nicht übersehen.

Kunst und Kriegsführung
Stupidedia ist das größte deutsche Fun-Wiki. Auf der Seite lassen sich Artikel über den Handyschlumpf oder ein Ratgeber zur erfolgreichen Kriegsführung finden, jedoch auch Beiträge zur Kunst, die hier jedoch etwas anders als sonst definiert wird: Kunst ist laut Stupidedia eine Abkürzung für "Kiffende, UnNütze STudienräte". Das Interesse an der Seite ist groß: Schon fast 15.000 Artikel sind gespeichert.
 


Kamelopedia: Wiki-Ulk.
 
Stupidedia und die Seite Uncyclopedia, die es auf Deutsch und Englisch gibt, verzeichnen stetig wachsende Zugriffszahlen. Englische Seiten gibt es ohnehin massenhaft - so unter anderem die Encyclopedia Dramatica, wikiality.com oder die Conservapedia und ihre Gegenspielerin, die Liberapedia.

Ein paar lustige Ideen kommen aber auch aus Deutschland: So bieten die Kamelopedia und die Kartoffelopedia eine etwas außergewöhnliche Sicht- und Interpretationsweise der Dinge. Auf der Seite bar.wikipedia.org lässt sich eine komplett auf Bayerisch verfasste Wikipedia finden.

Gründer begeistert
Wikipedia sieht die Seiten nicht als Problem: "Kamelopedia und ihre Verwandten sind großartige Projekte", meint dazu Mathias Schindler aus dem Wikipedia-Vorstand. Schließlich werde durch sie der Nutzer dazu angehalten, nicht alles zu glauben und seinen eigenen Verstand zu benutzen. Der Gründungsvater von Wikipedia, Jimmy Wales, ließ sich nach Angaben des Kamelopedia-Betreibers die Seite sogar extra ins Englische übersetzen, da er so begeistert von der Idee war.

In unserer Bildergalerie haben wir die besten die Fun-Wikis zusammengefasst.
  (hst)

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